Notfälle und Feintuning

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Einstellung der Waageschnüre von Einleiner-Drachen

Waageschnur Winkel

Der folgende Abschnitt beschäftigt sich ausdrücklich mit Einleinern, also Drachen, die an einer Leine geflogen werden, wie z.B. unsere Kinderdrachen, Kastendrachen oder XXL-Drachen.

Jeder (technisch einwandfreie) Drachen hat in Abhängigkeit von Bau-Typus, Größe und Material “seinen Windbereich”, in dem gute Flugleistungen möglich sind. Optimierungen innerhalb des Windbereiches nennt man Trimmung, was (meistens) eine Feinkorrektur des Anstellwinkels bedeutet. Der Anstellwinkel (s. Abb.) ist Windgeschwindigkeitsabhängig. Ziel ist dabei immer, genug Auftrieb zum Überwinden der Schwerkraft zu erhalten und dabei noch ausreichend Windwiderstandskräfte für die Stabilität zu nutzen.

Drachen-Doktor für Problemfälle

Kobra mit langem dicken Schwanz Der Drachen zieht, aber steigt nicht bzw. steigt nur wenig

Abhilfe: flacher stellen, indem der Waagepunkt nach oben verschoben wird.

Der Drachen steigt schnell und kippt dann nach vorne ab und flattert zu Boden

Abhilfe: steiler stellen, indem der Waagepunkt nach unten verschoben wird.

Der Drachen dreht schnelle enge Kreise (meist bis zum Absturz)

Unmittelbar vor dem Bodenkontakt unbedingt mit einer schnellen Bewegung auf den Drachen zugehen, um dem Crash die Wucht zu nehmen. Abhilfe: steiler stellen, indem der Waagepunkt nach unten verschoben wird. (Ggf. wäre ein zusätzlicher / längerer Drachenschwanz hilfreich)

Der Drachen steigt steil auf, so dass die ersten 10 Meter Leine nahezu senkrecht herabhängen, er scheint die Leine zu überfliegen und dreht im Zenit langsame große Kreise

Abhilfe: solange der Wind sanft und gleichmäßig weht, ist dies eigentlich kein Problem, aber in Böen droht er nach vorne in den Flattersturz abzukippen! Reduzieren Sie den Leinenwinkel, also: steiler stellen, in dem der Waagering (nur ganz wenig!) nach unten verschoben wird, oder setzen Sie einen (effektiveren) Drachenschwanz ein.

Der Drachen zieht deutlich aus der Mitte des Windfensters immer wieder auf die gleiche Seite weg und stellt die Leine schräg zum Wind

Abhilfe: Überprüfen Sie die Symmetrie des Aufbaus. Sitzt das Gestänge exakt in den Stabtaschen? Sind beide Drachenhälften wirklich gleich aufgebaut? Ist an der Waagebefestigung irgendetwas verheddert?

Bei Drachen mit einer horizontal ausgerichteten Waage, wie z.B. bei Schlittendrachen oder bei einer teilweise horizontal verlaufenden Waage, kann es sinnvoll sein, den (äußersten und obersten) Waageschenkel, der der Abdriftrichtung des Drachens gegenüberliegt etwas zu verkürzen.

Der Drachen zieht bei kräftigem Wind immer wieder mal nach links, mal nach rechts zur Seite weg und stellt die Leine schräg zum Wind

Abhilfe: Die Verformung unter dem Winddruck ist zu groß und muss reduziert werden. Ob bei Kastendrachen mit vielen Stabilisierungsflächen neben den Auftriebsflächen oder Flachdrachen, die sich bereits mehr als deutlich im Winddruck verformen - dringend etwas flacher stellen.

Der Drachen fliegt sehr unruhig und absolut unberechenbar und unvorhersehbar: mal schießt er zur Seite weg, steht wie angenagelt kurz still, kippt nach vorne ab, dreht enge Kreise, sinkt sanft nieder

Abhilfe: Weichen Sie Verwirbelungen im Luftstrom aus, die von Hindernissen und Unebenheiten hervorgerufen werden (beachten Sie unbedingt unsere windigen Tipps zum Thema Fluggelände).

Drachenschwänze sind nicht nur Dekoration

Kastendrachen mit verschiedenen Schwänzen

Die Skizze (ganz oben) zeigt, dass ein Drachen nur dann schwebt, wenn die Auftriebskraft genauso groß ist wie die Gewichtskraft. Ein guter, technisch wirksamer Drachenschwanz soll also möglichst leicht sein und dabei viel Windwiderstand bieten. Diese zusätzliche Richtungsstabilisierung ermöglicht es, den Drachen mehr seiner Fläche für den Auftrieb zu nutzen, sodass ein stabiler Flug schon bei geringeren Windgeschwindigkeiten möglich ist. Man kann also sagen, dass ein effektiver, zum Drachen passender Schwanz sowohl den tauglichen Windbereich nach oben und unten hin vergrößert und zugleich den Flug stabilisiert.

Bauanleitung für einen effektiven und einfachen Drachenschwanz

Neben unseren Drachenschwänzen im Shop können Sie sich auch mit einfachen Mitteln einen effektiven Schwanz selber basteln.

Material: etwas dünne Schnur und Plastiktüten (in Folienstärke entspr. “gelber Sack”).

  1. Plastikbeutel der Breite nach in 2 bis 3cm schmale, ringförmige Streifen schneiden.
  2. Folienringe öffnen, auffädeln und an einer Stelle zu einer Quaste fest zusammenbinden.
  3. Vom Plastikbüschel Schnur ablängen entspr. der 5- bis 7- fachen Drachenhöhe.
  4. Das Ende der Schnur in der Mitte der Schleppkante des Drachen befestigen - fertig!
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