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Bumerang - Wurfanleitung



Bumerangs sind keine Jagdwaffen (wie ihre Vorläufer die Wurfhölzer) sondern feine Sportgeräte, die Spaß machen. Also keine Angst, mit dieser Anleitung werden Sie auch als völliger Neueinsteiger in kürzester Zeit Erfolge haben...

Zunächst sollten Sie zum Start einen möglichst windarmen Tag und einen freien kurzgemähten Rasenplatz mit mindestens 100 mal 100 Metern Größe wählen - ein Fußballfeld (ohne Spieler!) wäre also eine gute, kleine Starterfläche auf der sich möglichst niemand sonst (vor allem keine Kinder oder Hunde) aufhalten sollte.
 

Jeder Bumerang hat (unabhängig von seiner sonstigen Form) immer eine gewölbte Oberseite mit dem aerodynamisch wirksamen Tragflächenprofil und eine möglichst glatte ebene Unterseite. Hat sich Ihr Holzbumerang verzogen, so muss seine Unterseite vor dem Werfen wieder plan gebogen werden. In ganz hartnäckigen Fällen lagern Sie ihn wie gepresste Trockenpflanzen zwischen großen schweren Büchern...

Am Ende dieser Anleitung finden Sie einige Anmerkungen über Linkshänder und Linkshänder-Bumerangs. Zunächst gehen wir aber stets von einem rechtshändigen Werfer mit einem Rechtshänder-Bumerang aus.

Das erste Foto unten zeigt den richten Griff: Es ist egal welchen Flügel Sie anfassen, wichtig ist, dass der Daumen auf der abgerundeten Profilseite liegt, die zu Ihrem Kopf ausgerichtet ist (glatte Unterseite nach außen). Winkeln Sie Ihr Handgelenk etwas nach hinten, setzen Sie den Zeigefinger auf die Kante der Flügelspitze und legen Sie den gesamten Bumerang möglichst weit zurück auf Ihren Unterarm - so können Sie beim Abwurf über die Schulter am besten die nötige Rotation erzeugen, die für einen schnell drehenden = lang fliegenden Bumerang nötig ist.
 
 
Wichtig: Der Bumerang fliegt einen Kreis gegen den Uhrzeigersinn. Am Ende seiner Flugbahn fliegt er flach wie ein Frisbee aber er wird (im krassen Gegensatz zum Frisbee!) nahezu aufrecht geworfen. Nur ein ganz kleiner Neigungswinkel von etwa 1 bis maximal 20 Grad abweichend von der Senkrechten nach außen ist für den richtigen Start nötig. Siehe Foto unten:
  

Wenn der Bumerang nach dem Start steil aufsteigt oder sogar chaotisch fliegt, so ist der Neigungswinkel beim Abwurf zu groß gewesen. Vorsicht diese Landungen können hart und gefährlich (für Werfer und Bumerang) sein.
Wenn der Bumerang extrem niedrig startet und dann beim Absturz über den Boden kullert, war vermutlich ein negativer (nach innen gerichteter) Neigungswinkel beim Abwurf schuld.
Der Neigungswinkel bestimmt also maßgeblich die Höhe der Flugbahn. Und Auftrieb wird durch die Rotation der Flügel erzeugt. Deshalb wird ein Bumerang nicht nach oben in den Himmel geworfen. Es wird knapp über den Horizont gezielt, so wie es das nächste Bild veranschaulicht:
 

Ein nahezu waagrechter Abwurf ist richtig. Damit Sie den Bumerang aber nicht in den Boden knallen (denn auch dieses Sportgerät ist nicht wirklich unkaputtbar) ist es hilfreich als Zielpunkt eine weit entfernte Landmarke (Hausdach, Baumspitze etc) zu fixieren. Hier wirkt die Paradoxie des Objektes am besten: Versuchen Sie den Bumerang bis dort hin zur Landmarke ganz weit weg zu werfen - dann kommt er am besten zurück. Wenn er bereits nach der Hälfte oder Dreiviertel der Kreisbahn landet, dann war der Abwurf zu schwach, dann müssen Sie ihn weiter “weg werfen”.

Ohne Witterungseinflüsse, bei völliger Windstille ist die Anleitung hier schon zu Ende. Meist aber weht ein Wind, der berücksichtigt werden muss. Der Bumerang wird immer so gegen den Wind geworfen, dass er sich in der Mitte seiner Flugbahn genau in Windrichtung befindet. Wenn der Wind also aus “12 Uhr” weht, wird in Richtung “2 Uhr bis 3 Uhr” geworfen. Der Abwurfwinkel zum Wind wird Luvwinkel genannt. Das nächste Foto zeigt die Situation von oben betrachtet:
 

Leider ist der Wind selten wirklich gleichmäßig und leider variiert der Luvwinkel mit der Windstärke. Hier ist also Fingerspitzengefühl und Erfahrung gefragt. Wichtige Grundregel ist: Je stärker der Wind desto kleiner der Luvwinkel (aber bei wirklich starkem Wind geht natürlich gar nichts mehr).
Und zur Einschätzung: Wenn der Bumerang deutlich vor dem Werfer seinen Kreis schließt, ist der Luvwinkel aus dem Wind heraus zu groß (also etwas mehr in Windrichtung werfen). Und wenn der Bumerang deutlich hinter dem Werfer seinen Kreis schließt, ist der Luvwinkel zu klein (also etwas “rechtwinkliger” zur Windrichtung werfen).

Gefangen wird der heranschwebende Bumerang eher nicht mit einem seitlichen Griff zwischen Daumen und Zeigefinger (Verletzungsgefahr!) sondern auf der waagrecht ausgestreckten Handfläche; die zweite, ebenfalls ausgestreckte Handfläche klatscht dabei im rechten Moment von oben auf den Bumerang, so dass Sie den Bumerang zwischen beiden Handtellern halten.
 
 

Thema Linkshänder:

Es gibt spezielle Linkshänder-Bumerangs, die mit einem spiegelbildlichen Linkshänderprofil ausgestattet sind. Diese Bumerangs fliegen dann also immer mit dem Uhrzeigersinn Ihre Bahn, werden über die linke Schulter (flache Profilunterseite wieder nach außen) mit einem nach links gerichteten Neigungswinkel geworfen. Entsprechend ist der Luvwinkel links von der Windrichtung anzusetzen. Wenn also der Wind aus “12 Uhr” kommt, wird der Linkshänderbumerang nach “9 bis 10 Uhr” geworfen.
Aber ein Linkshänder kann durchaus auch einen Rechtshänder-Bumerang werfen! Er muss ihn nur (wie oben ausführlich beschrieben) mit dem richtigen Neigungswinkel in die richtige Richtung werfen ... also nicht über die Schulter, sondern über den Kopf! So hat man nicht ganz so viel Kraft beim Wurf, aber wenn man den Oberkörper ein wenig nach rechts neigt, geht es prima. Vergleichen Sie hierzu das folgende Foto. 
 
 
Wir wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg mit Ihrem Sportbumerang!


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